FAQ

Allgemeines

Wer ist verantwortlich für die Entwicklung des Vorhabens?
Die COPRO Projektentwicklung GmbH (www.copro-projekt.de) setzt das Projekt in Zusammenarbeit mit der Beratungsgesellschaft BÜRO DR. VOGEL GMBH (www.bdrv.net) um.

Wann wird gebaut?
Die ersten tatsächlichen baulichen Aktivitäten sollen voraussichtlich ab dem Jahr 2018 starten.

Bürgerbeteiligung

Wie werden bzw. wurden Anliegen der Anwohner und Bürger in der Planung berücksichtigt?
Von November 2014 bis Februar 2015 fand ein Werkstattverfahren statt, in dem jeder interessierte Bürger die Möglichkeit hatte, seine persönlichen Vorstellungen und Ideen zum Bauvorhaben mitzuteilen bzw. einzubringen. Infoflyer, Werbeplakate, die eigens für das Projekt erstellte Website (www.urbane-mitte.de) und ein Kaffee-Mobil haben zur Teilnahme an den Werkstattverfahren aufgerufen und ausführlich über das Projekt informiert. Alle Bürgerdialoge sowie Fachdiskussionen mit Bauexperten und städtebaulichen Verantwortlichen der Stadt Berlin sind auf der Website www.urbane-mitte.de dokumentiert.

Im November fand vor Beendigung der zweiten Phase des städtebaulichen Wettbewerbs eine Preview der Wettbewerbsbeiträge statt. Vertreter der Bürgerinnen und Bürger hatten die Möglichkeit, die sieben verbleibenden Entwürfe zu begutachten und auch zu kommentieren.

Alle Wettbewerbsergebnisse waren zudem vom 03. bis 05.12.2015 in einer öffentlichen Ausstellung im Deutschen Technikmuseum zu begutachten.

Vom 15.02.2016 bis 15.03.2016 lagen die Bebauungsplanunterlagen öffentlich im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg aus. Hier konnte jeder Bürger die Pläne und Entwürfe einsehen und nach Erläuterung der Ziele, Zwecke und Auswirkungen der Planung seine Anregungen bzw. persönliche Meinung hierzu abgeben.

Auch zukünftig sollen Anwohner und Bürger eingebunden werden. Hierfür wird es ab dem Spätsommer 2016 direkt auf dem Grundstück die Möglichkeit geben, sich über das Projekt zu informieren und sich weiter einzubringen.

Warum sprechen Sie von einem Konsensplan, obwohl einzelne Wünsche bzw. Vorschläge von Anwohnern nicht berücksichtigt wurden?
Aufgrund der breiten Interessensvielfalt aller Beteiligten ist es bei der Erstellung eines Konsensplans nicht möglich, wirklich alle Einzelmeinungen und -wünsche zu inkludieren. Das dargestellte Konzept ist das Ergebnis einer Mehrheitsmeinung.

In dem von November 2014 bis Februar 2015 andauernden Werkstattverfahren war jeder interessierte Bürger dazu eingeladen, seine persönlichen Vorstellungen und Ideen zum Bauvorhaben einzubringen. Diese Ideen sind größtenteils in das Konsenskonzept als Ergebnis des Werkstattverfahrens eingeflossen.

Städtebaulicher Wettbewerb

Wer entwirft das Konzept für das Grundstück?
Im Zeitraum von Mai bis November 2015 wurde ein städtebaulicher Ideenwettbewerb durchgeführt. Dieser beschäftigte sich im Wesentlichen mit den Fragen zu den Grundformen der Bebauung, der Integration des künftigen S21-Bahnhofs, der Durchwegung des Grundstücks sowie der Nutzungsverteilungen. In der ersten Phase des Wettbewerbs reichten insgesamt 22 Architekturbüros ihre Entwürfe ein. Eine renommierte Jury bestimmte sieben Entwürfe für die zweite Phase. In dieser Phase hatten die Architekten und Stadtplaner die Gelegenheit, ihre bestehenden Entwürfe weiter auszuarbeiten.

Im Rahmen der zweiten Jurysitzung am 20. November 2015 wurden schließlich die Sieger des Wettbewerbs bestimmt. Den ersten Platz teilten sich die Berliner Architekturbüros COBE Berlin und Ortner & Ortner Baukunst.

Bis Weihnachten wurden die Siegerentwürfe von COBE Berlin und Ortner & Ortner Baukunst durch Planer und Fachgutachter mit Empfehlungen zur Weiterentwicklung begutachtet. Bis Ende Januar entwickelten die Siegerbüros die Entwürfe daraufhin weiter. Am 26. April 2016 legte sich COPRO als Auslober gemeinsam mit der Juryvorsitzenden, Professorin Dörte Gatermann, darauf fest, den Entwurf von Ortner & Ortner weiter zu berücksichtigen. Dieser Entwurf bildet nun die Grundlage für die Erstellung eines Masterplans und für das weitere Bebauungsplanverfahren.

Wird das Konzept genau so umgesetzt?
Beim Konzept handelt es sich um einen städtebaulichen Entwurf, der nun im anschließenden Bebauungsplanverfahren weiter konkretisiert wird. Er zeigt die Möglichkeiten auf, wie die zukünftige Bebauung aussehen kann. Er ist sozusagen die Grundlage für die Erstellung eines Masterplans und für das weitere Bebauungsplanverfahren, das bis April 2017 erarbeitet wird.

Warum fiel die Entscheidung auf den Entwurf von Ortner & Ortner?
Der Entwurf überzeugte durch eine große Flexibilität der geplanten Bauten – insbesondere für Sportangebote und eine Kunsthalle, aber auch für Gastronomie und Läden. Zudem sind die Grundflächen der Gebäude im Entwurf von Ortner & Ortner relativ groß; es wird also im direkten Vergleich mehr in die Breite als in die Höhe gebaut. Dies kommt vor allem den Wünschen kreativer Unternehmen entgegen, möglichst auf einer Ebene mit offenem Charakter zu arbeiten. Durch großzügige Freiflächen vor und zwischen den einzelnen Gebäuden fällt die gesamte Bebauung luftig aus und es entstehen Sichtachsen zum denkmalgeschützten U-Bahnhof Gleisdreieck. Außerdem ist ein Vorplatz im Eingangsbereich des Parks bei der Luckenwalder Straße eingeplant.

Städtebau

Wie ist die bauliche Dichte zu begründen?
Wir leben in einem Zeitalter der Re-Urbanisierung. Die Menschen ziehen in die Städte, die aber nur über eine begrenzte Fläche verfügen. Die Folge ist Verdichtung und Wachstum – auch in die Höhe. Hochbauten ermöglichen letztlich, dass mehr Menschen an der „Urbanen Mitte am Gleisdreieck“ partizipieren können. In Verbindung mit der optimalen öffentlichen Verkehrsanbindung ergibt sich daraus zugleich ein ökologischer Vorteil: In dichten Gebieten können mehr Menschen die Gebäude, Infrastruktur und Freizeitangebote effizienter nutzen. Darüber hinaus entstehen zwischen den Hochbauten Freiflächen, die wiederum Sichtachsen zum Umfeld ermöglichen.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat bereits 2005 eine mögliche Neubau Bruttogrundfläche (BGF) von kalkulatorisch fast 150.000 Quadratmetern für das Baufeld Urbane Mitte vorgesehen. Die BGF ist die Summe aller Grundflächen aller Geschosse und gibt daher die Gesamtheit der Bebauung über alle Geschosse an. Mit einer Neubau BGF von etwa 110.000 qm bleibt der finale Entwurf dabei deutlich unter diesen Vorgaben. Die U-Bahn-Viadukte sollen darüber hinaus in die Planung mit einbezogen und erstmalig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Welche Rolle spielen die historischen Bezüge im Umfeld des Gleisdreiecks für das Projekt?
Kreuzberg hat eine lange Geschichte. Insbesondere das Gebiet um das Gleisdreieck hat sich in der Vergangenheit verändert – dazu hat auch der großangelegte Park am Gleisdreieck beigetragen. Der gesamte Ort ist identitätsstiftend für Kreuzberg und die Urbane Mitte am Gleisdreieck soll an die DNA des Gleisdreiecks als Standort von Mobilität und Zentralität anknüpfen. Wichtig ist vor allem, den denkmalgeschützten U-Bahnhof aber auch Sichtbeziehungen zu berücksichtigen.

Wie wurde der Denkmalschutz miteingebunden, und wie wird mit dem denkmalgeschützten Bahnhof umgegangen?
Die U-Bahn mit ihren Viadukten steht unter Denkmalschutz und ist von den baulichen Tätigkeiten auf dem Grundstück nicht direkt betroffen, soll jedoch im Rahmen des weiteren Entwicklungsverfahrens in das Gesamtkonzept mit integriert werden.

Eine Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz (obere und untere Denkmalbehörde) fand im Zusammenhang mit dem Wettbewerb statt.

Im Bebauungsplanverfahren nach Baugesetzbuch (BauGB) wird der Denkmalschutz im Rahmen der sogenannten Beteiligung der Träger öffentlicher Belange TÖB beteiligt.

Welche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sind geplant, um die Freiraumqualität zu erhalten?
Grundsätzlich besteht die die Idee, Grünflächen auch in das Grundstück oder vielleicht auch in den Gebäuden zu integrieren, Wie genau, steht jedoch noch nicht fest. Die Ausformulie-rung konkreter Maßnahmen ist auch eine Teilaufgabe des Bebauungsplanverfahrens.

Wie wird die Sicherheit der Anwohner sowie Parkbesucher gewährleistet?
Um bei den späteren Bauarbeiten die Sicherheit der Anwohner und der Parkbesucher zu gewährleisten, werden selbstverständlich alle Vorschriften der Baustellenverordnung  eingehalten.

Ist mit einer erhöhten Feinstaubbelastung sowie Lärmbelästigung während des Baus zu rechnen?
Wo gehobelt wird, fallen auch Späne. Allerdings unterliegen heutige Baumaschinen strengen Auflagen hinsichtlich Emissionen. Für die Arbeitszeiten gelten die gesetzlichen Zeiträume.

Nutzung

Ist die Schaffung von Wohnfläche vorgesehen?
Aufgrund der starken Lärmbelastung des Grundstücks durch den Schienenverkehr ist eine Wohnnutzung nur sehr eingeschränkt möglich. Da es sich bei diesem Grundstück um ein sogenanntes Kerngebiet handelt, ist der Bau von Wohnungen nach dem Baugesetzbuch nur in Ausnahmen erlaubt. Bei der Urbanen Mitte am Gleisdreieck sind grob 15.000 qm BGF für wohnnahe Nutzungen, z. B Studentenapartments und/ oder ein Hotel, vorgesehen. Inwieweit dies jedoch realisiert werden kann, werden noch zu erarbeitende Lärmgutachten aufzeigen.

Sind im Rahmen des Projekts Flächen zur öffentlichen Nutzung eingeplant?
Im Vordergrund der Planungen stand die Schaffung eines lebendigen Stadtviertels. Im Beteiligungsverfahren haben die Bürger entsprechende Wünsche geäußert. Das heißt, dass in den Erdgeschoss-Ebenen Flächen für öffentliche Einrichtungen wie eine geplante Kunsthalle vorgesehen sind, ebenso wie für Einzelhandel, Handwerk und Gastronomie. Zudem sind weitere alternative Sportangebote geplant, die thematisch nahtlos an die bereits bestehenden Sportmöglichkeiten im Park nebenan anknüpfen. Es wird somit öffentlicher Raum entstehen, der zum Verweilen einlädt. Dies gilt gerade für den öffentlichen Übergangsbereich zwischen dem U-Bahnhof Gleisdreieck und den U-Bahn-Viadukten, der neu belebt werden soll.

Sind im Rahmen des Projekts auch Flächen für die Ansiedlung von Handel und Gewerbe vorgesehen?
Beteiligte an den Werkstattverfahren haben deutlich den Wunsch geäußert, dass die Versorgungssituation verbessert werden muss. Auf der Urbanen Mitte am Gleisdreieck soll auch ein Einzelhandelsangebot entstehen, voraussichtlich im Bereich des neuen Bahnhofskreuzes. Ebenso sind auch Flächen für Werkstätten, Handwerk und Ateliers vorgesehen.

Werden Werkstätten / Ateliers entstehen?
Der Wunsch nach Nutzungsmöglichkeiten für Künstler wurde mehrfach im Rahmen des Werkstattverfahrens genannt. Dieser Wunsch ist Teil des Konsenskonzepts. Auf der Urbanen Mitte soll ein facettenreicher Nutzungsmix entstehen, von dem Anwohner und Besucher gleichermaßen profitieren – und Raum für Kreativität gehört sicher dazu.

Park am Gleisdreieck

Ist der Fahrradweg bei der Umsetzung der Bauvorhaben gefährdet?
Die Durchwegung des Grundstücks wird es auch zukünftig geben. Dies war einer der wichtigen Punkte im Werkstattverfahren. Wo und wie der Fahrradweg später exakt verläuft, steht jedoch noch nicht fest.

Ist der Park am Gleisdreieck durch die Bauarbeiten gefährdet?
Der Park ist öffentliches Eigentum und bleibt in seiner jetzigen Form vollständig erhalten. Es wird ausschließlich auf den ausgewiesenen Baufeldern gemäß dem städtebaulichen Rahmenvertrag von 2005 gebaut. Die Baufelder selbst können auf der Website www.urbane-mitte.de eingesehen werden.

Wird der Park durch die geplanten Gebäude verschattet?
In den frühen Morgenstunden fallen vermutlich Schatten im direkten Nahfeld des Grundstücks auch in die Parkfläche hinein. Aufgrund der günstigen Ausrichtung des Baugrundstücks (Nord-Süd Richtung) bleibt der Park ab ca. 12.00 Uhr von der Gebäudebeschattung unbeeinträchtigt.

Verkehr

Wie wird mit einem voraussichtlich erhöhtem Verkehrsaufkommen (Individualverkehr) umgegangen? Gibt es ein Verkehrsgutachten?
Es wird im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens ein Verkehrsgutachten erstellt, das die zukünftigen Auswirkungen der Bebauung auf den Verkehr betrachtet. Das Verkehrsgutachten wird zeigen, welche Veränderungen in der Verkehrsführung notwendig sein werden.

Was passiert mit der U-Bahn?
Die U-Bahn ist von den baulichen Tätigkeiten auf dem Grundstück nicht betroffen, soll jedoch im Rahmen des weiteren Entwicklungsverfahrens in das Gesamtkonzept mit integriert werden.

Warum wurden die S-Bahnbögen abgerissen?
Der U-Bahnhof mit seinen Viadukten steht unter Denkmalschutz. Im Gegensatz dazu standen die alten S-Bahnbögen nicht unter Denkmalschutz. Die Bögen waren baufällig und es bestand Einsturzgefahr.

Zwischennutzung

Was passiert auf dem Areal bis zum Baubeginn?
Durch gastronomische sowie kulturelle Angebote wird das Baugrundstück bereits vor Baubeginn der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ab Sommer 2016 kommt die Brauerei BRLO mit angeschlossener Bar, Restaurant und Biergarten – in dieser Größenordnung weltweit einmalig verpackt in einem Gebäude aus Überseecontainern

Außerdem werden in einer von Graft Architekten gestalteten mobilen Kunsthalle verschiedene Veranstaltungen stattfinden, beispielsweise Kunstausstellungen oder auch kulturelle Events.